Die Lücke im Bekenntnis

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13.09.2020

Die Lücke im Bekenntnis Predigt am 13. September – 14. Sonntag nach Trinitatis Am heutigen Sonntag wollte der gemeindliche Männertreff den Gottesdienst gestalten. Zum apostolischen Glaubensbekenntnis wollten...   mehr




Mit Israel die Güte Gottes feiern

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16.08.2020

Am heutigen Israelsonntag geht es darum, die Gemeinschaft von Christen und Juden zu bedenken und zu feiern. Das fällt schwer angesichts der Verhältnisse, die unter einem korrupten Präsidenten in Israel...   mehr




 

Der Grund des Lebens

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09.08.2020

Predigt zum 9. Sonntag nach Trinitatis „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde...   mehr




Wozu wir Christen da sind

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02.08.2020, 10:59

Es war einmal ein König, der hatte drei Töchter, die er alle sehr liebte, am meisten aber die jüngste von ihnen. Sehr gerne wollte er wissen, ob die Töchter seine Liebe erwidern und verlangte von ihnen ein...   mehr




Brot, das alle satt macht - Johannes 6,30-35


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26.07.2020

„Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ Wort Jesu Christi.

„Brot und Spiele“, das wussten die Herrscher im alten Rom, Brot und Spiele muss man dem Volk geben, damit es ruhig ist. Unvorstellbarer Luxus und bittere Armut führten in Rom zu verheerenden Zuständen. Mangelnde Hygiene, die große Armut in manchen Teilen der Stadt und die häufigen katastrophalen Brände machten das Volk unzufrieden. Es brodelte an allen Ecken und Enden, vor allem jedoch in den unteren Schichten der Gesellschaft, der Masse. Um die Massen ruhig zu halten, musste nicht nur für Kurzweil gesorgt werden, sondern auch für ausreichend Nahrung.

Deshalb veranstaltete der Staat Spiele. Während einer Veranstaltung warfen Staats-diener Brot in die Menge. So ersparte sich die Verwaltung das Ausgeben von Le-bensmitteln an öffentlichen Stellen. Das Verteilen von Brot während der Spiele war eine Art Sozialhilfe der damaligen Zeit. Im Kolosseum zum Beispiel konnten bis zu fünfzigtausend Bürger versorgt werden.

Die Spiele verschlangen riesige Summen, die zum größten Teil vom Staat aufge-bracht wurden. Das Spektakel um die Spiele war ein Millionengeschäft und gab un-zähligen Menschen Arbeit. Neben dem Militär wurden für die Spiele und die Ausbildung der Kämpfer die meisten Staatsgelder verschwendet. Viele profitierten von diesem Geschäft, eine florierende Industrie bildete sich rund um das Gladiatorenwesen.
Auch gut betuchte Privatpersonen richteten Spiele aus. Senatoren machten sich durch aufwändige Spiele beim Volk beliebt, engagierten hunderte Gladiatoren, um die Massen zu unterhalten.

Mit der Zeit reichte das reine Blutvergießen zwischen Männern, der eigentliche Gla-diatorenkampf, nicht mehr aus. Das einfache Volk wollte Abwechslung. Im ganzen Land wurden Amphitheater gebaut. Die neu errichteten Arenen boten eine Vielzahl an Möglichkeiten. Zur Perfektion hat es das Kolosseum gebracht, das im Jahre 80 n.Chr. fertig gestellt wurde. Ausgestattet mit den neuesten technischen Raffinessen der damaligen Zeit, bot das Kolosseum die Möglichkeit für alle Arten von Spielen.

In der Provinz Galiläa regierte Herodes Antipas als König von Roms Gnaden zur Zeit Jesu. Er versuchte, es den römischen Herrschern gleichtun. Durch Brotspenden wollte er seine Sorge um das Wohl der Armen unter Beweis stellen und sie auf seine Seite ziehen. Der römische Kaiser untersagte dies. Brotgeber, Brotgott zu sein - das war sein Vorrecht. Wer als Brotgeber auftrat, machte dem Kaiser seine Autorität streitig und rief den Widerstand der Staatsmacht hervor.

Nun hat Jesus genau das getan. Er hat sorgte dafür, dass das Volk zu essen bekam. Fünf Brote und zwei Fische kramten seine Jünger aus verschiedenen Beuteln hervor. Die ließ Jesus an die hungernde Menge austeilen. Sein Beispiel animierte viele zum Teilen untereinander. So wurden sie alle satt.

Anders als die römischen Kaiser hatte Jesus nicht die Absicht, mit dieser wunderba-ren Brotvermehrung die Menschen für sich einzunehmen. Er tat Zeichen, nicht um sich selbst damit in ein gutes Licht zu stellen, sondern um auf den Vater im Himmel hinzuweisen. An ihn zu glauben, sollten die Menschen lernen, an die unendlichen Möglichkeiten Gottes. Und sie sollten ihre eigenen Möglichkeiten entdecken. Beides gehört zusammen: Die unendlichen Möglichkeiten Gottes erkennen, heißt auch er-kennen, was in einem selbst steckt.

Das hat Jesus mit seinem Brotwunder gezeigt: Gott will, dass alle Menschen satt werden. Er lässt genügend Korn und Früchte dafür auf der Erde wachsen. Wenn die Menschen in sich die Liebe spüren und die Möglichkeit entdecken, miteinander zu teilen, dann werden alle satt.

Richtig verstanden haben die Leute das damals nicht. Statt in Zukunft auf ihre eige-nen Kräfte und Möglichkeiten zu vertrauen, wollten sie Jesus zu ihrem König ma-chen. Er sollte alles für sie regeln. Aber diesem Ansinnen entzog Jesus sich. Seine Mission bestand darin, Zeichen zu setzen: Seht, das ist möglich im Vertrauen auf Gott. Seht, wer an Gott glaubt, nimmt seine Mitmenschen wahr und hilft ihnen, wo und wie er kann. Im Vertrauen auf das, was sie mit Jesus erlebt und erfahren haben, sollen die Menschen selber so handeln, wie sie es an Jesus gesehen haben.

Jesus verfolgt also eine genau entgegengesetzte Absicht als die Herrscher Roms. Die gaben dem Volk Brot, um es ruhig zu stellen. Auf diese Weise schwächten sie das Volk und stabilisierten das ungerechte System. Ein Volk, das ruhig gestellt ist, muckt nicht auf gegen ungerechte Zustände.

Jesus dagegen wollte das Volk stärken. Er lehrte die Menschen zu teilen. Im Unter-schied zu den anderen Evangelien berichtet Johannes, dass die Jünger bei einem Kind die fünf Brote und zwei Fische fanden. Das Kind gab sie bereitwillig her. So fing das Wunder an. Dann nahm Jesus die Brote, dankte und zeigte damit den vielen Menschen um ihn herum: Seht, was ein Kind kann, das könnt ihr alle.

Nicht um die Aufrechterhaltung ungerechter Zustände ging es Jesus, sondern um die Schaffung gerechter Zustände. Brot ist eine Speise, die den Menschen stärkt. Geteil-tes Brot schafft darüber hinaus ein Gefühl von Verbundenheit. Geteiltes Brot stärkt Leib und Seele.

So lange ein Mensch Hunger hat, dreht sich sein Denken und Tun ums Essen. Viele, die den Krieg und die Zeit danach erlebt haben, wissen das. Da waren alle damit beschäftigt, etwas Essbares herbeizuschaffen. Ein alter Mann erzählte mir, er hätte geweint vor Glück, als er irgendwo ein altes vertrocknetes Stück Brot fand. Er hat das Brot in Stücke gebrochen, im Mund weich werden lassen. Dabei entfaltete es einen herrlichen süßen Geschmack.

Wer gesättigt ist, der hat Kopf und Herz frei für andere Dinge. Jesus hilft den Men-schen, sich gegenseitig zu sättigen, damit sie auch die tiefere Botschaft erkennen, die in seinen Zeichen enthalten ist.

Diese tiefere Botschaft zu erkennen, darauf zielt die Frage: „Was tust du für ein Zei-chen, damit wir sehen und dir glauben?“ Die so fragen, haben gesehen, was Jesus getan hat. Sie wollen wissen, welche tiefere Bedeutung dieses Zeichens hat. Jesus erklärt es ihnen: Seine Zeichen geben Gottes Handeln zu erkennen. Die Zeichen, die Jesus tut, verweisen auf Gott. Ja, in dem, was Jesus tut, handelt Gott selbst. Gott öffnet den Menschen die Herzen und die Taschen, dass sie ihr Brot teilen und alle satt werden. So wird das Brot zu einer Himmelsspeise. „Mein Vater im Himmel gibt euch das wahre Brot vom Himmel.“

Weil Menschen das durch ihn sehen und schmecken können, sagt Jesus: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“

Die römischen Herrscher gaben dem Volk Brot und Spiele, um es ruhig zu stellen. Die christliche Gemeinde dagegen glaubt und sagt. „Jesus ist das wahre Brot. Der Glaube an ihn stillt den Lebenshunger.“

Das ist eine klare politische Aussage. Sie stellt das Konzept grundsätzlich in Frage, mit dem die Herrscher die Welt regieren: Brot und Spiele, um ein System von Un-recht und Unterdrückung aufrecht zu erhalten.

Die vielen Unruhen in der Welt, auch in unserem Land zeigen, dass mit Brot und Spielen die Völker in der Welt nicht mehr ruhig zu stellen sind. Vielen fehlt es am täglichen Brot. Andere sind übersatt davon. Oft ist es gesagt und geschrieben worden, und ich glaube, es ist wahr: Nur gerechte Zustände werden die Welt auf Dauer befrieden.

„Gerechtigkeit ist das Brot des Volkes“, sagt Bertolt Brecht. Und Friedrich Schor-lemmer, Pfarrer aus Wittenberg, ergänzt: „Gerechtigkeit ist das Brot Gottes“. Wo gerechte Zustände herrschen, werden alle satt, und Gottes Wille wird getan.




gehalten am 10. Juli 2005 – 7. Sonntag nach Trinitatis



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Fürchtet euch nicht, ich bin bei euch - Matthäus 28,20

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Zufälle bestimmen unser Leben

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„Das war ein Zufall.“ So antwortete eine Frau auf meine Frage, wie sie und ihr Mann sich kennen gelernt haben. Er wohnte und arbeitete in Duisburg. Sie wohnte in Frankfurt und arbeitete bei den Opelwerken in...   mehr




 

Die Sache mit dem Kreuz - 1. Korinther 1,18-25

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Dem Kreuz begegnen wir auf Schritt und Tritt. Einmal fragte ich eine junge Frau, die ein Kreuz an einem Halsband trug, ob das eine bestimmte Bedeutung für sie habe. Sie sagte: „Es hat keine tiefere Bedeutung....   mehr




Der werfe den ersten Stein - Johannes 7,40-53. 8,3-11

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Niemand geht verloren

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Vom Suchen und Finden Jesus erzählt ein Gleichnis. Seine kleinen Geschichten sind Denkanstöße mit Schockwirkung. Denn ein Gleichnis stellt Dinge auf den Kopf, durchbricht das ge-wohnte Denken. Es fordert...   mehr




Ströme lebendigen Wasser - Sonntag Exaudi

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16.05.2020
Predigt zum Sonntag Rogate
Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Er aber sprach zu ihnen: Wenn...   mehr


Sieben Wochen ohne Pessimismus, sieben Wochen Zuversicht

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Predigt zur Fastenaktion über 2. Mose 14,1-14

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Erinnerung an die Zeit der Wende

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29.09.2019, 10:00

Predigt mit Matthäus 6,25-34 Erinnerung an Christoph Wonneberger

Gottesdienst am 29. September 2019 in Duisburg-Wedau Erinnerung an Christoph Wonneberger und die Demonstrationen in Leipzig im Herbst 1989 Matthäus 6,25-34 Wir hören Worte aus der Bergpredigt. Jesus...   mehr





Anspiel von einer Männergruppe - 30 Jahre Mauerfall

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